Ein psychologisches Übungsverfahren

Autogenes Training für Kinder

Autogenes Training für Kinder 
Schon achtjährige Kinder können autogenes Training erlernen, sehr aufmerksame Kinder sogar etwas früher.
 
Autogenes Training hilft Kindern Konzentrationsschwächen und Verhaltensstörungen (wie Bettnässen oder Stottern) zu überwinden, selbstbewusster zu werden sowie Kontakt- und Lernschwierigkeiten abzubauen. Durch autogenes Training lernen Kinder ihren Alltag besser zu erleben und Schwierigkeiten zu überwinden.
 
Der Erfolg des autogenen Trainings ist von der Kontinuität abhängig
 

Kinder sollten das autogene Training vor den Hausaufgaben, abends vor dem Einschlafen oder nach dem Aufstehen durchführen. Die günstigste Körperposition ist das Liegen in entspannter Rückenlage. Die Arme liegen dabei locker neben dem Körper, die Fußspitzen fallen nach außen, die Augen sind geschlossen. Es sollte täglich zwei bis drei Mal, aber nie länger als zwei bis drei Minuten durchgeführt werden, und möglichst zu den gleichen Zeiten. Die Kleidung sollte leger sein. Ist das Üben im Liegen nicht machbar, ist auch eine bequeme Sitzposition möglich.

 

Das autogene Training bietet verschiedene Übungsformen

Bevor das Kind mit dem Üben beginnt, ist es wichtig, dass es ruhig und entspannt ist. Das ist nicht immer einfach, viele störende Gedanken kommen dem Kind in den Sinn, wenn die Augen geschlossen sind.
 

Schwereübung

Das Kind nimmt die Entspannungsposition ein, schließt die Augen und schaltet störende Gedanken aus. Es stellt sich vor „ich bin ganz ruhig und entspannt – der rechte Arm ist ganz schwer“. Linkshänder beginnen mit dem linken Arm. Um das Gefühl der Schwere zu verstehen, stellt sich das Kind einen schweren Gegenstand (beispielsweise einen Stein) vor. Das Gefühl der Schwere greift auf den linken Arm, die Beine und schließlich auf den ganzen Körper über. Nach zwei bis drei Minuten wird die Übung beendet. Das Kind gibt sich das Zeichen, um die notwendige Anspannung der Muskulatur wiederherzustellen. Es spannt die Arme kräftig an und spürt die kontrahierten Muskeln. Nach dem Anspannen folgt das Zurücknehmen. Hier ist die Reihenfolge wichtig: Erst Arme kräftig beugen und strecken, dann tief atmen, zum Schluss die Augen öffnen. Wird das Training vor dem Einschlafen durchgeführt, ist auf das Zurücknehmen zu verzichten – das Kind sollte nicht zu wach werden.
 
 

Herzübung

 
Bei dieser Übung wird das Herz durch den Herzschlag in die Übung miteinbezogen. Das Kind stellt sich vor „ich bin ruhig – mein Herz klopft ruhig und gleichmäßig“. Diese Worte werden mehrmals gedanklich wiederholt. Das Kind spürt seine pulsierenden Adern. Spürt es sie nicht, kann die Hand zur Hilfe auf eine beliebige Körperstelle gelegt werden.
Weitere Übungsvarianten sind die Wärme-, Atem-, Bauch- und Kopfübung. In alle Entspannungsübungen können kontaktschwache Kinder kurze Sätze oder Schlagwörter einbauen, beispielsweise „ich bin selbstbewusst“. Ein solcher Vorsatz sollte kurz, leicht zu merken und ohne verneinenden Inhalt sein.
 
Quellen:
Gisela Eberlein: Autogenes Training mit Kindern. Econ & List 1999
 
 
 

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