Geld und Recht

Finanzielle Unterstützung vom Staat

Elterngeld und Kinderbetreuungsgeld

Elterngeld und Kinderbetreuungsgeld
 
Damit Eltern nach der Geburt ihres Kindes vorübergehend auf eine Erwerbstätigkeit verzichten und sich um ihr Neugeborenes kümmern können, bekommen sie in Deutschland und Österreich eine finanzielle Unterstützung vom Staat, als Ersatz für ihr ausbleibendes Einkommen. In der Schweiz gibt es eine solche Ersatzzahlung nicht.
 

Deutschland – Das Elterngeld

Die Höhe des Elterngeldes ist abhängig vom durchschnittlichen monatlichen Einkommen des betreuenden Elternteils (bezogen auf das Jahr vor der Geburt). Mindestens werden 300 Euro, höchstens 1800 Euro gezahlt.

Mütter und Väter können das Elterngeld für maximal 14 Monate bekommen. Beide Elternteile können sich diese Zeit frei aufteilen, jedoch darf ein Elternteil das Elterngeld höchstens für zwölf Monate (mindestens zwei Monate) in Anspruch nehmen. Alleinerziehende können es für vierzehn Monate bekommen.

Familien mit mehreren Kindern erhalten einen zehnprozentigen Geschwisterbonus, jedoch mindestens 75 Euro zusätzlich. Bei Mehrlingsgeburten wird das Elterngeld für jedes weitere Kind um 300 Euro erhöht.

 
Bei Sozialhilfe- und ALG-II-Empfängern wird das Elterngeld komplett als Einkommen angerechnet. Betroffene, die vor der Geburt des Kindes erwerbstätig waren, erhalten jedoch einen Elterngeldfreibetrag, dieser orientiert sich am Einkommen vor der Geburt, beträgt aber höchstens 300 Euro.
Elternpaare, die im Kalenderjahr vor der Geburt ihres Kindes zusammen mehr als 500.000 Euro zu versteuerndes Einkommen hatten, haben keinen Anspruch auf das Elterngeld. Bei Alleinerziehenden ist die Anspruchsgrenze des zu versteuernden Einkommens 250.000 Euro.
 

Österreich – Das Kinderbetreuungsgeld

Anspruch auf das Kinderbetreuungsgeld haben Personen, die Familienbeihilfe für das Kind beziehen, deren Lebensmittelpunkt sich in Österreich befindet, die in einem Haushalt mit dem Kind leben, die sich rechtmäßig in Österreich aufhalten, die regelmäßig zu den Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen gehen und deren Einkünfte die Zuverdienstobergrenze nicht überschreiten.
Anspruchsberechtigte Personen haben die Wahl zwischen verschiedenen Varianten des Kinderbetreuungsgeldes:
 

Variante 30 + 6

Bei der Variante 30 + 6 ist die tägliche Bezugshöhe 14,53 Euro. Es kann bis zum 30. Lebensmonat des Kindes bezogen werden, wenn nur ein Elternteil das Kinderbetreuungsgeld bezieht. Beanspruchen beide Elternteile das KBG verlängert sich die Bezugsdauer um den Zeitraum, den der andere Elternteil beansprucht hat. Ein Anspruch besteht jedoch maximal bis zum 36. Lebensmonat des Kindes. Ein Elternteil kann das KBG nie länger als 30 Monate beziehen.
 

Variante 20 + 4

Bei der Variante 20 + 4 ist die tägliche Bezugshöhe 20,80 Euro. Es kann bis zum 20. Lebensmonat des Kindes bezogen werden, wenn nur ein Elternteil das Kinderbetreuungsgeld bezieht. Beanspruchen beide Elternteile das KBG verlängert sich die Bezugsdauer um den Zeitraum, den der andere Elternteil beansprucht hat. Ein Anspruch besteht jedoch maximal bis zum 24. Lebensmonat des Kindes Ein Elternteil kann das KBG nie länger als 20 Monate beziehen.
 

Variante 15 + 3

Bei der Variante 15 + 3 ist die tägliche Bezugshöhe 26,60 Euro. Es kann bis zum 15. Lebensmonat des Kindes bezogen werden, wenn nur ein Elternteil das Kinderbetreuungsgeld bezieht. Beanspruchen beide Elternteile das KBG verlängert sich die Bezugsdauer um den Zeitraum, den der andere Elternteil beansprucht hat. Ein Anspruch besteht jedoch maximal bis zum 18. Lebensmonat des Kindes Ein Elternteil kann das KBG nie länger als 15 Monate beziehen.
 

Variante 12 + 2

Bei der Variante 12 + 2 ist die tägliche Bezugshöhe 33 Euro. Es kann bis zum 12. Lebensmonat des Kindes bezogen werden, wenn nur ein Elternteil das Kinderbetreuungsgeld bezieht. Beanspruchen beide Elternteile das KBG verlängert sich die Bezugsdauer um den Zeitraum, den der andere Elternteil beansprucht hat. Ein Anspruch besteht jedoch maximal bis zum 14. Lebensmonat des Kindes Ein Elternteil kann das KBG nie länger als 12 Monate beziehen.
einkommensabhängige Variante (12 + 2)
Bei der einkommensabhängigen Variante (12 + 2) ist die Bezugshöhe 80 Prozent der Letzteinkünfte, maximal jedoch 66 Euro täglich. Es kann bis zum 12. Lebensmonat des Kindes bezogen werden, wenn nur ein Elternteil das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld (ea KBG) bezieht. Beanspruchen beide Elternteile das ea KBG verlängert sich die Bezugsdauer um den Zeitraum, den der andere Elternteil beansprucht hat. Ein Anspruch besteht jedoch maximal bis zum 14. Lebensmonat des Kindes Ein Elternteil kann das ea KBG nie länger als 12 Monate beziehen.
 
Quellen:
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (www.bmfsfj.de)
Bundesministerium für Wirtschaft, Familie, und Jugend (www.bmwfj.gv.at)

 

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